03.08.2011, 01:08
Ich musste im Rahmen einer Bewerbung eine Kurzgeschichte für Blizzard schreiben, Anforderungen: 500 Wörter, Stichwörter: Rätsel und Schicksal. Blizzard hat mich nicht genommen, deswegen kann ich die Geschichte nun bedenkenlos veröffentlichen, ohne mir Plagiatsvorwürfe von der Personalabteilung anhören zu müssen.
„Wohin des Weges, einsamer Wanderer?“ Ich erstarrte. Vor mir saß eine Gestalt auf einem von Eis überzogenen Felsen. Niemals hätte ich erwartet, am Ende meiner Reise in diesem Frostschlund einen lebenden Menschen anzutreffen. Ich fasste mich und antwortete: „Ich bin auf der Suche nach dem Schatz, von dem gesagt wird, er zeige und lenke das persönliche Schicksal.“ Die Gestalt lachte. Es war ein ruppiges, freudloses Lachen. „Hast du denn nichts gelernt auf deinem Weg hierher? Waren sämtliche Entbehrungen umsonst? Die Menschen und Erfahrungen unbedeutend?“ In mir machte sich ein Gefühl der Beklommenheit Platz. Diese Person wusste von meinen Erlebnissen; wie konnte das möglich sein? Dieses Gefühl wich jedoch schnell, an ihrer Stelle trat Verärgerung. „Wer oder was gestattet es Euch, mich so zu richten? Kümmert Euch um Eure eigene Angelegenheiten!“
Mein Gegenüber antwortete mit einem tieftraurigen Blick und fuhr fort: „Du warst Jahre unterwegs, Zeuge von Ortschaften, Freundschaften, Feindschaften, hast geliebt, gestritten, geschlichtet. Du hast mehr erlebt, als viele es in ihrem ganzen Leben je werden. Was versprichst du dir von diesem Schatz?“
Der Fremde erschien mir äußerst merkwürdig. Mir fiel auf, dass er weder zu frieren schien, trotz seiner mitgenommen, ärmlich aussehenden Kleidung, noch kondensierte sein Atem. Es kümmerte mich nicht weiter, ich wollte mich nicht aufhalten lassen. „Ich verspreche mir Kontrolle über mein Leben, Zufriedenheit, Sicherheit. Vieles habe ich auf meinen Reisen erlebt, das ist wahr – doch dabei habe ich nie mein Ziel aus den Augen gelassen. Falls Ihr mich also entschuldigen würdet …“
Als ich mich umwandte, spürte ich seinen Blick weiterhin auf mich ruhen. „Hast du dich jemals gefragt, ob das Schicksal nicht an sich ein unlösbares Rätsel ist? Oder ob es überhaupt existiert? Selbst die weisesten Magier vermögen es nicht, diese Fragen zu beantworten. Könnte es nicht sogar sein, dass das Schicksal dich hierher gesandt hat?“
Wutentbrannt drehte ich mich wieder um. „Wer seid Ihr eigentlich? Warum behelligt Ihr mich?“
„Ich bin, so wie du, nur ein Teil des großen Ganzen. Meine Neugier treibt mich zu diesen Fragen, du faszinierst mich. Ach, finden wirst du hier nichts – zumindest nicht das, was du dir versprochen hast.“
Fassungslos starrte ich den Unbekannten an. „Pah! Ich werde sehen, ob Ihr die Wahrheit sprecht!“ Eiligen Schrittes machte ich kehrt, immer noch erzürnt. Die Höhle war nicht sonderlich groß, aber verzweigt; auch wenn ich mich dagegen wehrte, so gingen mir die Worte des Fremden durch den Kopf, beherrschten meine Gedanken. Ich schüttelte sie schließlich ab, gab keinen Wert auf dieses Geschwafel.
Nach stundenlanger Suche wurde ich immer noch nicht fündig. Die beißende Kälte zerrte sehr an mir, ich musste kehrt machen. Enttäuscht machte ich mich auf den Weg nach draußen, in der Erwartung, an dem Fremden vorbeizukommen und mir seinen Spott anhören zu müssen. Seltsamerweise schien er einfach verschwunden zu sein, denn ich fand keine Spuren. Ich dachte kurz darüber nach, tat die Geschehnisse an diesem Ort aber schnell wieder ab und verließ die Höhle. Es sah so aus, als würde meine lange Reise doch noch nicht zu Ende sein.
„Wohin des Weges, einsamer Wanderer?“ Ich erstarrte. Vor mir saß eine Gestalt auf einem von Eis überzogenen Felsen. Niemals hätte ich erwartet, am Ende meiner Reise in diesem Frostschlund einen lebenden Menschen anzutreffen. Ich fasste mich und antwortete: „Ich bin auf der Suche nach dem Schatz, von dem gesagt wird, er zeige und lenke das persönliche Schicksal.“ Die Gestalt lachte. Es war ein ruppiges, freudloses Lachen. „Hast du denn nichts gelernt auf deinem Weg hierher? Waren sämtliche Entbehrungen umsonst? Die Menschen und Erfahrungen unbedeutend?“ In mir machte sich ein Gefühl der Beklommenheit Platz. Diese Person wusste von meinen Erlebnissen; wie konnte das möglich sein? Dieses Gefühl wich jedoch schnell, an ihrer Stelle trat Verärgerung. „Wer oder was gestattet es Euch, mich so zu richten? Kümmert Euch um Eure eigene Angelegenheiten!“
Mein Gegenüber antwortete mit einem tieftraurigen Blick und fuhr fort: „Du warst Jahre unterwegs, Zeuge von Ortschaften, Freundschaften, Feindschaften, hast geliebt, gestritten, geschlichtet. Du hast mehr erlebt, als viele es in ihrem ganzen Leben je werden. Was versprichst du dir von diesem Schatz?“
Der Fremde erschien mir äußerst merkwürdig. Mir fiel auf, dass er weder zu frieren schien, trotz seiner mitgenommen, ärmlich aussehenden Kleidung, noch kondensierte sein Atem. Es kümmerte mich nicht weiter, ich wollte mich nicht aufhalten lassen. „Ich verspreche mir Kontrolle über mein Leben, Zufriedenheit, Sicherheit. Vieles habe ich auf meinen Reisen erlebt, das ist wahr – doch dabei habe ich nie mein Ziel aus den Augen gelassen. Falls Ihr mich also entschuldigen würdet …“
Als ich mich umwandte, spürte ich seinen Blick weiterhin auf mich ruhen. „Hast du dich jemals gefragt, ob das Schicksal nicht an sich ein unlösbares Rätsel ist? Oder ob es überhaupt existiert? Selbst die weisesten Magier vermögen es nicht, diese Fragen zu beantworten. Könnte es nicht sogar sein, dass das Schicksal dich hierher gesandt hat?“
Wutentbrannt drehte ich mich wieder um. „Wer seid Ihr eigentlich? Warum behelligt Ihr mich?“
„Ich bin, so wie du, nur ein Teil des großen Ganzen. Meine Neugier treibt mich zu diesen Fragen, du faszinierst mich. Ach, finden wirst du hier nichts – zumindest nicht das, was du dir versprochen hast.“
Fassungslos starrte ich den Unbekannten an. „Pah! Ich werde sehen, ob Ihr die Wahrheit sprecht!“ Eiligen Schrittes machte ich kehrt, immer noch erzürnt. Die Höhle war nicht sonderlich groß, aber verzweigt; auch wenn ich mich dagegen wehrte, so gingen mir die Worte des Fremden durch den Kopf, beherrschten meine Gedanken. Ich schüttelte sie schließlich ab, gab keinen Wert auf dieses Geschwafel.
Nach stundenlanger Suche wurde ich immer noch nicht fündig. Die beißende Kälte zerrte sehr an mir, ich musste kehrt machen. Enttäuscht machte ich mich auf den Weg nach draußen, in der Erwartung, an dem Fremden vorbeizukommen und mir seinen Spott anhören zu müssen. Seltsamerweise schien er einfach verschwunden zu sein, denn ich fand keine Spuren. Ich dachte kurz darüber nach, tat die Geschehnisse an diesem Ort aber schnell wieder ab und verließ die Höhle. Es sah so aus, als würde meine lange Reise doch noch nicht zu Ende sein.

