Golden Sun Board

Normale Version: Kuriose Parallelwelten
Du siehst gerade eine vereinfachte Darstellung unserer Inhalte. Normale Ansicht mit richtiger Formatierung.
Seiten: 1 2
Kuriose Parallelwelten



Vor kurzem habe ich in dem mehr oder minder bekannten Populärwissenschaftsmagazin P.M. einen Artikel über Paralleluniversen (bzw. über ein sog. Multiversum) gelesen. Das Ganze klang zwar recht interessant, entpuppte sich dennoch mehr oder weniger als blanke Theorie; manch einer mag auch sagen: Unsinn.

Den eigentlichen Grund jedoch, warum ich (mal wieder) meinen Senf auf virtuelles Papier bringe, stellt die Theorie der Paralleluniversen dar. Soweit ich mich entsinne, hat dieses Modell seine Wurzeln in der Quantentheorie und besagt, dass jede unserer Handlungen, sofern sie mehrere, verschiedene Konsequenzen nach sich zieht, einen anderen Ausgang in einem jeweils anderen Universum hat. Was heißt das also im Klartext?

Stellen wir uns einen Durchschnittsmenschen vor: Den Nachbar von nebenan, den harmlose Spinner in der letzten Reihe oder den redseligen Kollegen. Können Sie sich vorstellen, dass so jemand in einem Paralleluniversum die Welt beherrscht? Sich dies vorzustellen, mag sehr schwer sein, gänzlich unmöglich ist es jedoch nicht, wenn man sich wirklich anstrengt und mit gewissen Hilfsmitteln assistiert.

Doch unvorstellbar wird es, wenn uns ein paar Wissenschaftler mit ihrer Theorie weismachen wollen, dass der Trottel im gleichen Haus in einem anderen Universum einen tollen Beruf hat, jeden noch so luxuriösen Wunsch erfüllen kann und sogar zur Abwechslung auch mal ganz lieb ist. Derselbe grobschlächtige Kerl, der nachts im Bett furzt und sich durch sein eigenes Schnarchen selbst aufweckt (bzw. der dürre Wärmesauger mit den gemein-gefährlich kalten Füßen, der sich nachts eiskalt die Bettdecke krallt und Beistand gegen Mücken verlangt). Derjenige (oder diejenige), für den (oder die) Sie sich tagtäglich in allen Situationen schämen.

Wie kann das möglich sein?

Vielleicht sind es kleine Handlungen, die unser zukünftiges Leben bestimmen; kleine, unscheinbare Handlüngchen also, die festlegen, was wir werden und was wir sind und die wir wohl nicht frei durchführen können.

Denn wenn die Theorie der Paralleluniversen tatsächlich der Wahrheit entspricht, heißt das automatisch, dass wir dazu gezwungen sind, eine ganz bestimmte Wahl zu treffen, damit jede noch so kleine Möglichkeit in einem Paralleluniversum seinen Platz hat. Ist das nicht eine Frechheit?

Ja, eine Frechheit. Eine hanebüchene Frechheit. Ihr Ebenbild hat in einem anderen Universum die fette Karosse, die Sie sich immer gewünscht haben, aber durch einen kleinen Fehler haben Sie Ihre gut entlohnte Arbeitsstelle verloren und preschen mit einem Golf durch die Gegend. Ungerecht?

Mag sein. Wer sich ganz tollkühn in gut versteckten Bereichen der Vorstellungskraft vorwagt, kommt vielleicht sogar auf die Idee, dass unser allseits beliebter US-amerikanischer Ex-Präsident den Friedensnobelpreis erhält. Na gut, lassen wir das; in keinem Universum wird das wohl der Fall sein.

Wenn ich mir allerdings eine menschenfreie Welt vorstelle, in der die Natur, der Schöpfer, der Zufall oder was auch immer die Erschaffung des Menschen nicht vorgesehen hat, sehe ich eine Art Paradies vor Augen. Endlich keine übermäßige sowie überwältigende Dummheit mehr!

Doch was auch der Fall sein mag: Die Klärung über die wirklichen Begebenheit und das, was später Fakten sein mögen, werden wir nicht mehr erleben, zumindest glaube ich das. Aber wer weiß …

Solange können wir in Gedanken schwelgen und den elenden Burschen auf der Parallelerde für sein unverschämtes Glück verfluchen.
Hihi, "
Zitat:Wenn ich mir allerdings eine menschenfreie Welt vorstelle, in der die Natur, der Schöpfer, der Zufall oder was auch immer die Erschaffung des Menschen nicht vorgesehen hat, sehe ich eine Art Paradies vor Augen. Endlich keine übermäßige sowie überwältigende Dummheit mehr!
Sehr lustig, aber auch genauso wahr: Ohne Menschen und Katzen gäbe es eigentlich kaum noch dummheit auf der Welt^^ Aber kein Internet, und was noch viel schlimmer ist : KEIN GS!Weinen
Hmm-mm. Das ist ja direkt philosophisch!
Ich hab schon mal irgendwo von den Paralelluniversen gehört, aber deine Darstellung/Zusammenfassung/Erläuterung war mir teilweise auch neu.

Angenommen die Theorie ist wahr, dann würde das also bedeuten, dass unser Leben vorbestimmt ist bis ins Detail, bis in jede einzelne Entscheidung. Dass unser Schicksal feststeht, vermutlich seit dem Moment, in dem wir geboren werden. Oder gezeugt. Oder noch früher?
Naja, irgendwie einengend...

Aber angenommen, es gäbe für jede einzelne Entscheidung ein Paralelluniversum mit einem Paralellich, dann müssten doch vor jeder Entscheidung zwei Paralelluniversen und zwei Ichs genau gleich sein, oder?
Je früher im Leben eine Entscheidung stünde, desto mehr Paralelluniversen wären zu dem Zeitpunkt noch dieselben, weil sie sich erst bei späteren Entscheidungen differenzieren.

Oder existieren sie da noch gar nicht, sondern spalten sich immer erst in dem Augenblick vom "eigenen" Universum und dem "eigenen" Ich ab, indem man die Entscheidung getroffen hat?
Wenn man also irgendwann Ja sagen würde, dann würde im selben Moment ein neues Paralelluniversum entstehen, in dem man Nein gesagt hätte?

Uff, irgendwie raucht mein Kopf.
Das Ganze läuft darauf hinaus, dass man mit jeder noch so kleinen Entscheidung sein Leben beeinflusst, nicht wahr? Dass man einmal getroffene Entscheidungen nicht rückgängig machen kann, und dass man für sich selbst immer nur einen Weg, aber niemals zwei verschiedene wählen kann.

Hmm, dann wäre es aber toll, wenn man mal einen Einblick in all die möglichen Ausgänge seines Lebens hätte. Okay, die Zahl wäre endlos. Und vermutlich wäre die ganze Bandbreite von hapily ever after bis Tragödie vertreten...
Dies wiederum würde bedeuten, dass man es selbst in der Hand hat, seine Zukunft zu bestimmen. Man kann nicht aus dem "eigenen" Universum raus, aber man kennt ja seine Zukunft noch nicht, man weiss noch nicht, wofür man sich entscheiden wird, und deshalb hat man das Gefühl, dass man immer alle Möglichkeiten offen hat.

Okay, jetzt muss ich mich entscheiden, ob ich das abschicke oder nicht. Ist irgendwie ein ziemlicher Salat geworden. Crazy
Aber in meinem Universum werd ich das jetzt einfach mal abschicken.
Sonst würde mein Ich im Paralleluniversum das ja tun, und ich würde nicht rausfinden, ob jemand was dazu sagen wird. Würde.

Gesetzt den Fall, dass irgendwer aus meinem Gequassel schlau wird...

Und weg ...
Zitat:Man kann nicht aus dem "eigenen" Universum raus, aber man kennt ja seine Zukunft noch nicht, man weiss noch nicht, wofür man sich entscheiden wird, und deshalb hat man das Gefühl, dass man immer alle Möglichkeiten offen hat.

Ja das seh ich genauso, bzw. das Gefühl hab ich des öfteren. Aber einengend finde ich es überhaupt nicht, solange man denkt, man kann durch seine Entscheidungen etwas beeinflussen und nichts ist in irgent einer Weise vorbestimmt, dann ist es mir egal. Und selbst wenn alles schon "vorprogrammiert" wäre, so what? Solange man den Weg nicht kennt und wohin er führt und man wie gesagt, dass Gefühl hat selbst Herr über sein Leben zu sein und es mit seinen Entscheidungen zu gestalten macht es mir überhaupt nichts aus, im Gegenteil. So neugierig wie ich bin Lachen
Zitat:Gesetzt den Fall, dass irgendwer aus meinem Gequassel schlau wird...

Und weg ...

Ich denke schon, wenn man es verstehen will und mal ein wenig seinen Kopf anstrengt, ist dein "Gequassel" Zungeraus durchaus zu verstehen Smile
Es gibt auch Momente, wo man unbewusst Entscheidungen trifft und dann von sich selbst überrascht ist, dass man sich traute, diesen "Mut" am Ende doch aufgebracht zu haben.

Die zweite Stimme im Körper, welche man auch Gewissen nennt, könnte dieses Paralell-Ich sein. Es ist immer noch das eigene Ich, aber irgendwie hätte es dann auch seinen eigenen Kopf - wie man selbst.

Unser Handeln bestimmt die Zukunft, also hat die Entscheidung, welche man bei irgendetwas trifft, sich einen Weg in das künftige Geschehen und die weitere Folge des Geschehens gebahnt. Alles was kurz darauf geschehen wird, kann man nicht ändern, aber die später eintreffenden (oder weiterführenden) Folgen könnte man (wenn man das möchte) wieder abändern. Und hier wären wir wieder beim Treffen einer Entscheidung, die sich einen Weg in das (nächste) künftige Geschehen bahnt.

So gesehen könnte jeder Mensch die Konsequenz seiner Handlung "erahnen" [wenn man sich natürlich im Vorraus damit befasst hat, versteht sich], was aber nicht heißt, dass man sie vollständig "Sehen" kann.
Denn man muss bedenken, dass die Entscheidung oder Handlung des jeweiligen anderen Menschens ebenso Einfluss hat und gar zu ganz unerwarteten Folgen führen kann. Und wieder wären wir in diesem Kreislauf...

Doch unsere zweite Stimme, welche genau die andere Wahl genommen hätte, als man selbst in dem selben Augenblick, würde den Ausgang dieser Entscheidung niemals sehen, weil man selbst sie nicht sehen kann.


Kann diese Theorie dann wirklich stimmen?
Irgendwie ja - und irgendwie nein.



...ich glaube, ich schweife mit meinen Ansichten wohl etwas ab, dass kommt dabei heraus, wenn man sich ZU sehr den Kopf über einen Text zerbricht Crazy
Ich persönlich glaube ja nicht an Paralleluniversen...
Ich meine....eigentlich ist doch alles, was wir tun, jede Entscheidung eine Reaktion auf eine Aktion oder einen Umstand, der dieser Reaktion vorausgegangen ist.
Ich meine, wenn ich mich dazu entschließe, nicht in ein Piranhabecken zu springen ist das ja rational, aber wieso sollte mein Parallel-Ich in seinem Universum das denn bitte machen?
Das müsste ja heißen, dass jedes Universum voll mit Entscheidungen sein müsste, die durch Zufallsgeneratoren ermittelt sein müssten, das is schwachsinnig.
Warum sollte mein Parallel-Ich bei gleichen Begebenheiten eine ganz andere Entscheidung treffen?

So gesehen ist also unser Leben schon vom Schicksal bestimmt, nicht in einem mysthischen sinne, aber so, wie ich das erklärt hab.
(07.06.2011 19:49)Cain Soles schrieb: [ -> ]Ich meine, wenn ich mich dazu entschließe, nicht in ein Piranhabecken zu springen ist das ja rational, aber wieso sollte mein Parallel-Ich in seinem Universum das denn bitte machen?

Wenn man dann aber mal darüber nachdenkt wieso du bzw. dein Parallel-Ich überhaupt in so eine Situation gekommen bist/ist kann es schon sein das du/es das machst/macht. Vielleicht bestünde dann noch eine viel schlimmere Konsequenz, also Folter oder noch schlimmere Todesart.
Oder du/er tust/tut es um jemand anderen das Leben zu retten.
Ich kann deinen Standpunkt schon verstehen, aber ich denke die Möglichkeit der unendlichen Möglichkeiten doch schon nicht so unmöglich.

Und wenn man es genau betrachtet sind z.B. alle meine Parallel-Ichs nicht ich, da sie ja völlig andere Entscheidungen treffen.
Ich spiele gern Yu-Gi-Oh!, mein anderes Ich nicht. Die Folge: er ist nicht ich, denn ich spiele es eben gern und er nicht, in der Hinsicht hat er nichts mit mir gemein.
Ich hatte erst nen Fast-Topf-Haarschnitt gehabt, dann Igel-Style, dann Kuddelmuddel und jetzt 'ne Kappe. Andere haben nur den Topfhaarschnitt oder Igel oder Kuddelmuddel oder nur die Kappe. Sie sind allesamt nicht ich, da sie nicht dasselbe gemacht haben wie ich. Somit sind wir trotz allem individuell, nur das Aussehen ist ähnlich (mein Beispiel eben zeigt ja, das wir uns trotzdem unterscheiden können).
Ich bin nett und freundlich, er ist ein aggressiver Rüpel. Definitv nicht ich.

Obwohl es schon nett wäre, mal zu wissen wie es jetzt aussehen würde wenn ich dies und das getan hätte. Letztendlich kann ich das aber nicht und muss meine eigenen Entscheidungen treffen. Unabhängig von allen anderen Ichs.
Und mit Vorherbestimmung des eigeen Lebens hat sowas gar nichts zu tun. Denn die Entscheidungen treffen wir ja selber. Wie es ausgeht steht auf einem völlig anderen Blatt.

Aber wie gesagt, kann hier jeder seine eigenen Meinung haben.
(ich frage mich dennoch: Wieso hab ich damals Chemie statt Biologie in der Schule gewählt?! xD)
Warum alles gleich so radikal sehen, Cain?
Was, wenn es nicht um rationale Entscheidungen geht, sonderen solche, die deinen weiteren Lebensweg bestimmen. Kennt man ja: Ab und zu im Leben steht man an einer Weggabelung. Zwei, drei oder mehrere Möglichkeiten tun sich auf, letztendlich geht man aber nur einen Weg.
Entscheidungen trifft man theoretisch nur nach Vorlieben, manchmal ändern bestimmte Begebenheiten allerdings die Situation so gravierend, dass man im Endeffekt eine ganz andere Entscheidung trifft.
Romantisches Beispiel: Du fliegst locker lässig mit dem Flieger nach Lulu Ambugu - ich hoffe inständig das gibt es nicht wirklich Crazy -, lernst dort deine Traumfrau in Form eines Inselmädchens mit den Körpermaßen eines Model kennen, heiratest sie und zeugst 5 Kinder, die genau so verrückt sind wie du. Zungeraus
Könnte aber auch sein, dass du einen Tag später fliegst, weil die Maschine kaputt war und sie dann nicht mehr antriffst, weil sie - sagen wir - zwangsweise an einen Stammburschen verheiratet wurde.
Entscheidungen bestimmen unser Leben, keine Frage. Wie man sich zu welchem Zeitpunkt entscheidet, bestimmt bis zu einem gewissen Grad den weiteren Verlauf. Manchmal beeinflussen aber auch - natürlich ungewollt - die Begebenheiten unsere Entscheidungen.

Das kann der im Beispiel beschriebene Motorschaden sein, banale Dinge wie die Laune oder das Wetter sind ebenso möglich. Stell dir vor, du stehst an einem Tag einfach mit dem falschen Fuß auf. Latscht missmutig zur Arbeit, schnauzt deine Kollegen und deinen Chef an, der dir eigentlich eine Beförderung anbieten wollte, doch durch deine Laune hast du es gehörig versaut. Überaschenderweise hätte aber trotz des angekündigten Regens, sich auch ein wolkenloser Himmel mit strahlendem Sonnenschein blicken lassen können. Grinsend wie ein Honigkuchenpferd rennst du zur Arbeit, lächelst alle etwas dümmlich an, auch deinen Chef und der weiß sofort: Das ist der Mann, den ich brauche für den Job und die Beförderung ist in Sack und Tüten. Zwinker
aber selbst dieser Motorschaden wäre doch dann nur ein Resultat einer vorher geschehenen Aktion!
Es gibt keinen Grund, wieso er einmal um 12.00 und einmal um 23.00 stattfinden sollte!
Das Problem ist: Alle möglichen Alternativen und alles um uns herum ist nur von Wahrscheinlichkeiten bestimmt. Das fängt schon bei Elektronen an, deren ort man nicht bestimmen kann - nur die Wahrscheinlichkeit, an welchem Ort es sich befindet.

Jetzt ist natürlich die Frage: Haben diese Wahrscheinlichkeiten überhaupt eine Auswirkung und gibt es sie auch de facto? Wenn ich sage: Die Wahrscheinlichkeit dass ich ind en nächsten 5min ins Bett gehe, beträgt 95%, und nehmen wir an, die Zahl stimmt (woher auch immer ich sie weiß). In dem Moment, wo ich eben nicht ins Bett gehe in den 5 min, habe ich mich ja gegen die andere Alternative entschieden. War dann die Wahrscheinlichkeit, dass ich nicht ins Bette gehe, statt 5% nicht von Anfang an 100%?

Oh man, als ich den Post angefangen hab,w ar mir klarer, worauf ich hinaus wollte Lachen Sorry wenns wirr ist.

Wo ich aber Cain verstehe: Alles um uns herum besteht aus Kausalitäten und selbst unsere "freien" Entscheidungen sind nur ein Ergebnis von chemischen prozessen, die immer gleich ablaufen. Wenn wir vor eine Entscheidung gestellt werden und z.B. darüber nachdenken,w as man wählt: Wird die Entscheidung wirklich erst im Letzten Moment gefällt? Oder weiß man nicht meistens doch von Anfang an, wie man sich am Ende entscheidet?

Schon wieder verwirrender. Sorry. Glaub nutz mein kleines Zeitfenster noch und geh doch ins Bett. -.-"


Auf Jeden Fall... kenn ich mich nicht genug mit Quantenmethodik aus, um über Paralleluniversen reden zu können.
Seiten: 1 2
Referenz-URLs