So. Danke für eure Vorschläge, ihr beide! Kriegt einen Schmatzer auf die Wange zum Dank.

Falls ich euch noch etwas auffällt oder ich einfach was vergessen habe, könnt ihr mir gerne Bescheid geben.
Übrigens ist mir doch ein Kommafehler unterlaufen (wie gut, dass ich ihn noch entdeckt habe), aber na ja, passiert, fürchte ich. So viel zu "neige eher weniger zur Fehlerproduktion". : S
Kadano schrieb:"Immer war sie völlig erschrocken gewesen [die unsägliche Form "war gewesen" ist hier die einzig passende, die ich kenne]; völlig verwirrt und jedes Mal hatte sie ihn beruhigt, sie liebte ihn, nur ihn,[<-kann man so lassen- indirekte Rede] und hatte beteuert, dass sie nicht verstand, warum er solche Gedanken hegte. " - Ich hoffe, das stimmt jetzt so. Am unsichersten bin ich mir bei "hegen", in dieser Version könnte man vielleicht alternativ "gehegt hatte" verwenden, allerdings wirkt es dann so, als ob sie von etwas zu ihren Lebzeiten Vergangenem redete. Damit "hegte" gültig ist, muss sich das Plusquamperfekt "hatte beteuert" auch noch auf diesen Satzteil beziehen; ob dem so ist, weiß ich jetzt nicht.
Das mit dem Plusquamperfekt ist wirklich eine üble Sache. Irgendwann kommt dann der Punkt, wo man sich fragen muss, ob es noch Sinn macht, da wirklich die eventuell einzig korrekte Version zu nehmen, oder ob man nicht doch lieber einen Satz will, der schön klingt und lesbar ist...
Übrigens glaube ich, im folgenden Satz waren ein paar Verben relativ:
Zitat:Immer war sie völlig erschrocken, völlig verwirrt und jedes Mal beruhigte sie ihn, sie liebe ihn, nur ihn, und sie nicht verstehe, warum er solche Gedanken hegte.
Also im Sinne von: Jedes Mal beruhigte sie ihn, sie würde nur ihn lieben und sie würde nicht verstehen, warum er solche Gedanken hegte/hegen würde.
Dann müsste es im Plusquamperfekt so lauten:
Immer war sie völlig erschrocken gewesen, völlig verwirrt und jedes Mal hatte sie ihn beruhigt, sie liebe nur ihn, nur ihn, und sie verstehe nicht, warum er solche Gedanken hege. (hegen würde/hegte)
Wenns relativ ist, dann gehört das zu ihrer Beruhigung und muss nicht extra ins Plusquamperfekt, sagt mir mein Gefühl. Denn zum damaligen Zeitpunkt sind ihre Gefühle ja noch nicht in der Vergangenheit abgeschlossen.
Aber vielleicht irre ich mich da auch.
Was meinst du dazu, Exitus?
Was ich dazu meine? Es wird langsam kompliziert hier.

Meine jetzige Version des Satzes lautet wie folgt:
Immer war sie völlig erschrocken gewesen, völlig verwirrt und jedes Mal hatte sie ihn beruhigt, sie liebe ihn, und nur ihn, und sie verstehe nicht, warum er solche Gedanken hege.
Lösen wir das mal auf, wandeln wir indirekte in direkte Rede um, sagen wir, die Zeitstufe der Erzählung wäre das Präsens, die Vergangenheit wird mit Imperfekt und Perfekt ausgedrückt:
Immer war sie völlig erschrocken, völlig verwirrt, und jedes Mal beruhigte sie ihn: "Ich liebe dich, und nur dich, und ich verstehe nicht, warum du solche Gedanken hegst!"
Also für mich ergibt das so nun Sinn, die Zeitformen sollten nun alle auf der gleichen Ebene sein, auch wenn das leidige Plusquamperfekt wieder mitmischt. Oder ... ach ... ach, ich weiß nicht. Ich frag mich ja, was Kadano dazu meint, für mich wird das langsam ziemlich verworren.
Mir schwirrt auch langsam der Schädel.

Die direkte Rede ist sicher die einfachere Variante, allerdings auch ein ziemlicher Stilbruch.
Ich bin mir nicht sicher, ob der Konjunktiv I oder II angewendet werden muss- I kommt ja in indirekter Rede und II in Konditionalsätzen zur Anwendung, doch wir haben hier gewissermaßen beides. Würde aber eher auf ersteren tippen. Es kann aber auch gut sein (bitte um Erläuterung, falls sich eine® von euch da auskennt?), dass ich Konjunktiv II Präteritum bisher fälschlich verwendet habe und dieser wirklich nur in Bedingungssätze mit "wenn" o.Ä. gehört.
Zitat:Immer war sie völlig erschrocken gewesen, völlig verwirrt und jedes Mal hatte sie ihn beruhigt, sie liebe ihn,(ich würde das Komma oder das nachfolgende "und" weglassen) und nur ihn, Hier "gilt" das Plusquamperfekt nicht mehr-> überkorrekt wäre nun "hatte nicht verstanden" o.Ä. und sie verstehe nicht, warum er solche Gedanken hege.
Schon klar, ich wollte den Satz nur auflösen, damit er übersichtlicher erscheint bezüglich der Rückstufung. Die direkte Rede verwendete ich an dieser Stelle nie.
"verstehe" kommt deswegen auch nicht mehr in Plusquamperfekt -- in der direkten Rede habe ich ja auch die Gegenwart verwendet. Das sollte euch meine Gedankengänge ja zeigen. ; )
Konjunktiv I ist für die direkte Rede reserviert, Konjunktiv II springt ein, wenn die Form des Konunktivs I mit der des Indikativs identisch ist.
Für die Formen der indirekten Rede habe ich jedoch nur den Konjunktiv I verwendet: liebe, verstehe, hege.
Und jetzt würde es mir schon nach "mehr" verlangen °w°
Ein wirklich unvergleichlich super geschriebener Text, bildliche Darstellungen und Spannung, wie es sich für einen gescheiten Roman gehört. ^^
Bin mal gespannt, wie dieser namenslose Mann den Mord weiter vertuschen will, wer Verdacht hegt usw.
Da kommen langsam Erinnerungen von Stephen Kings "Das Geheime Fenster" auf, nur umgekehrt ^^
Mach weiter, ich bin echt begeistert! *-*
Auf jeden Fall guter Prolog.
Wenn du tatsächlich irgendwann gedenkst daraus ein Buch zu machen, empfehle ich dir dem Verlag nur eine Gliederung (hatten wir ja alle schon in Deutsch

) zu schicken und ein Beispielkapitel. Auf keinen Fall ein ausgearbeitetes Buch. Denn dann nehmen die Verlage dich eher nicht, weil sie befürchten, du wärst zu verliebt in deinen Text und würdest ihn deshalb nur ungern/ gar nicht umschreiben oder gar Stellen streichen. Und bevor sie solche Scherereien mit dir haben, nehmen sie dich erst gar nicht als Autor.
Durch das Beispielkapitel sehen sie deinen Stil und können dir Feedback geben, was du besser machen solltest (deshalb kein ausgearbeitetes Buch!)
Viel Glück, falls du gedenkst tatsächlich ein Buch daraus zu machen.