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Mond über Lemuria
#1
Heute Nacht bin ich mal kreativ geworden und habe eine kleine Geschichte geschrieben, die in Weyard spielen soll. Ich weiß noch nicht, wie ich sie fortsetzen werde, aber allein den Anfang zu schreiben hat mich sehr gereizt.

Ich werde es an einigen Stellen mit den Tatsachen aus den Spielen wohl auch nicht so genau nehmen und eventuell sehr vieles ändern, aber das Prinzip Weyard möchte ich im Groben und Ganzen beibehalten.

So habe ich mir Lemuria zur Brust genommen und ein wenig angepasst. Ich bin gespannt auf die Reaktionen über die Veränderungen und wie ihr meinen Schreibstil auffasst.
Genug geredet, jetzt kommt der Text Smile !

Mond über Lemuria


Balseth ließ ihre Hand über seinen Rücken gleiten und schmiegte sich sanft an seine Schulter, die nur durch eine weiße Kutte bedeckt war. Ihr Atem ging wie die Wellen auf der See, langsam rauf, langsam nieder. Es hatte ihm schon immer etwas Melancholisches innegewohnt, hatte sie ihm gesagt, besonders nachts, wenn der Himmel klarte, was so selten geschah wie dass eine Möwe die Krumen verschmähte, die sie ihr hinwarf.
Die Möwen waren ein schnellebiges Volk. Sie kamen und gingen, keine blieb lange genug, um die Freundschaft, die Balseth mit ihnen gefunden hatte, wertschätzen zu können. Sie waren ein seltenes Erinnerungsstück an die Vergänglichkeit, die jedem und allem innewohnte. Einsame Verfechter des Todes in einem Krieg gegen die begrenzte Ewigkeit, die Lemuria war. Ihre flukturierenden Schatten huschten über den Grund und der Mond allein war ihr Zeuge meist.
Ihre Gedanken wie ihre Hände schweiften weiter und verfingen sich in seinem Fischersnetz, das er stets bei sich trug. Aber in letzter Zeit hatte er keine Fische nach Lemuria gebracht; andere nun brachten ihr Brot und das gesegnete Wasser aller Tage. In aller Stille wisperte sie ein paar Worte, sie fragte, warum er nicht mehr fischen ging, weshalb er der Tradition seines Vaters entsagte und sich seinen eigenen Lebensbach suchen ging.

Das Leben ist ein Fluss, so seine Gesinnung, es trägt dich auf den Wellen langsam gen Meer und eines jeden Lebensfluss nährt den Strom, der in das Delta mündet. Er fließt stark, aber langsam, und sein Weg ist ihm vorgezeichnet ab der Minute, in welcher die Flüsse, deiner und meiner, unwiderruflich eins sind im Flussbett, das seit Jahren auf demselben Grund ruht. Ich jedoch möchte brausen und hinter den Damm, neue Ufer erkunden und wenn ich dabei versiegen muss. Im Allwasser bin ich ein Tropfen unter vielen, doch was kann ich in einer Wüste wirken?
Ein Narr ist jener, welcher! Der Mensch gehört nicht ungebremst, ein Deich ist ein Schutz, auf dass der Mensch sich wahren kann im Flusslauf ungehemmt! Was ist ein Fluss auf weiter Flur, ein Teich, ein Moor, ein Niemand mehr! Erreichen kann nur gemeinsam man, was zu tun ist um in Frieden zu sein und in Frieden zu bleiben. Hier, wo wir sind, macht uns keiner was vor, ein jeder der ausbricht, ein verlorener Tor! Was willst du Tropf auf grünen Wiesen, willst dich gegen uns biegen? Dann musst du versiegen. Verdampfen, verpuffen, nein, es wär' eine Schand, begäb sich ein Uns'riger auf festes Fremdland. Drum sage und befehl' ich dir, bleib lieber hier, lieber da, im den Zeiten trotzdenen Lemuria!
Ach, wär' ein König's Wort in sein Gehör doch gedrungen! Denn dies war die Antwort des heißblütigen Jungen: Ein Tor ist, wer nicht mehr sagen kann zurück oder vor, ein Deich ist ein Käfig, die Dämme die Wände des ew'gen Gefängnisses. Diese Sicherheit, und sei sie zum Trutze, dient sie doch nur den Feigen zum Schutze. Wer sich ewig verkriecht, der langsam versiecht. Ich werd' es euch zeigen, mach' mir die Länder zu Eigen, für die ihr euch nicht regt, weil ihr hier ewig lebt. Für mich ist's ein Traum von frisch wogendem Schaum an fremden Ufern und Riffen, ich werd' sie beschiffen.

Eine Funkeln der Augen verriet die Geburt einer Träne, die sich ihren Weg über ihre Wange bahnte und still, anklagend fast, auf ihrem Kinne verharrte. Behutsam strich Balseth sie ab auf eine Fingerkuppe. Eine einzelne Träne. In ihr spiegelten sich Luna und Sterne, ihr eig'nes Gesicht jedoch war nicht mehr denn ein schwarzer Schemen, zu dunkel um klare Konturen auszumachen. Eine einzelne, salzig-bittere Träne. Sie ist wie das Meer aus Wasser, was soll sie schon erreichen? Ein Tropfen unter Tropfen, eine Träne unter Tränen?

Balseth tupfte ihre feuchten Augen trocken und auch die Träne fand ihren Weg in ihr selbstgesticktes Taschentuch. Sie hielt kurz inne. Es war das erste Mal, dass sie es je gebrauchte, um Tränen auszuwischen. Sie empfand eine tiefe Trauer, die darin bestärkt wurde, dass es in Lemuria selten einen Anlass gab, um Trauer zu empfinden. Jung war sie, ebenso wie er jung gewesen war, und so hatte sie in ihrer Welt noch keinen Abschied gekannt. Ein Morgen, wie man zu sagen pflegte, war ein Morgen, so wie ein Jahr ein Jahr ist. Was ist dann ein Jahr anderes als ein Morgen? Der Mond und die Wellen, sie blieben doch immer dieselben.

Balseth ergriff die weiße Kutte und das Fischersnetz und richtete sich auf. Sie warf sich die Kutte über und befestigte das Netz behelfsmäßig an ihrem Kleid, sodass die Kutte es verdecken möge.
Sie starrte den jetzt nackten Stein vor sich an und warf einen Blick die Klippe herunter, auf der sie saß in jener klaren Nacht.

Ein Tropfen ist ein Tropfen, so wie ein Stein ein Stein ist.

Vorsichtig hob sie einen Kiesel auf, der in ihre Hand passte. Er war rundum geschmeidig und füllte ihre Hand weich aus. Sie holte weit aus und warf den Kiesel von sich, die Klippe herunter, auf die mondschimmernden, trägen Wellen. Es waren kleine Wellen zu sehen, die sich alsbald den Fluten ergaben.
Starr musterte sie den noch warmen Stein, an den sie sich aus Sehnsucht gelehnt hatte. Ihn konnte sie nicht schlicht den Hang hinunterwerfen, sie würde von ihren Kräften Gebrauch machen müssen. So ließ sie ein wenig Wasser unter ihm gefrieren, auf dass es ihm als Eisrutsche diene. Entschieden presste sie beide Hände gegen den Fels, der sich sanft seinem Schicksal ergab und den einsamen Weg nach unten antrat.

Ein lautes Geräusch durchfuhr die Nacht. Der Stein lag in der Brandung, nicht weit vom Ufer entfernt. Balseth sah die Wellen und bemerkte, dass der Felsrücken herausragte und die Wellen trennte, fort und immerfort trennte. Rasch lief den Hang herunter und watete die paar Schritt durch das seichte, wohlige Wasser bis zum Resultat ihres Schaffens. Behutsam stieg sie auf das kleine Plateau, welches der Fels inmitten der Brandung darbot.

Ein Stein ist nicht einfach ein Stein. Und für Balseth war auch ein Tropfen nicht länger nur ein Tropfen.


Noch in derselben Nacht verließ ein Schiff Lemurias Häfen und tauchte ein in die dunklen Tiefen der unbekannten Ferne.


Ich hoffe, dass es euch gefällt. Vielleicht wird dies der Beginn einer langen Geschichte Zwinker ..
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#2
Kreative Geschichte, glaube keine Rechtschreibfehler, aber zu kurz, ein wenig mehr wär nich übel.
Ansonsten gut Ok

Greez MayDay
Immer noch Hoffnungen auf GS4!
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