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Romanversuch: Golden Sun - Alex Rückkehr
#11
Wow, echt gute Geschichte, aber mir sind da zwei inhaltliche Unstimmigkeiten aufgefallen.
Erstens:
In Akt 2, Abschnitt 24 heißt es:
"Diese „Vier“ waren Clan Scragal mit dem Element des Windes von Cosma und Ivan, Clan Beyon, Adepten des Wassers von Mia und Garret, Clan Draghzir mit dem Feuerelement von Jenna und Aaron und Clan Eth'rhar, Erdadepten von Isaac und seiner Frau aus Vale."

aber in Abschnitt 51: "Genau das selbe war bei Sam passiert. Seine Familie, der Beyon Clan, waren Nachfahren von Aaron und Jenna und es war seit jeher das Wasserelement vorherrschend.

und zweitens: Ich weiß nicht mehr, wo, aber irgendwo legst du Denuo auf Hisperia und später ist es wieder auf den Ruinen von Vale erbaut. (oder hat sich da nur mal wieder die Landschaft geändert, wär ja nix neues in GS?)
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#12
Mensch, hätte nicht gedacht, dass sich das noch jemand durchließt Crazy
Danke erstmal für's Lob und die gefundenen Fehler.

Mit den Clans bin ich da wohl durcheinander gekommen, die Beyons wurden selbstverständlich von Mia und Garret gegründet, Draghzir von Jenna und Aaron.
Und Denuo liegt natürlich auf den Ruinen von Vale, da hab ich mal wieder nachts geschrieben und nicht aufgepasst Rolleyes
Du dafür umso besser! Zwinker

Edit:
(10.09.2010, 20:32)Naxedacer schrieb: Kann ja schon fast mit den Texten von Exitus mithalten.
Mit der Behauptung wäre ich vorsichtig und das Wort "fast" darfst du gerne dick unterstreichen Lachen
Ich freu mich natürlich, dass dir die Geschichte so gut gefällt und ich werd auch weiterhin versuchen, Exitus näherzukommen, was die Sprache angeht und alles was damit zu tun hat, denn er schreibt hier im Forum wirklich die besten Texte.
PS: *diabolisches Lachen* Aber ich hol auf ... Lachen

"Englisch mag die Sprache der Welt sein, aber Deutsch ist die Sprache des Herzens." -- Jawoll.
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#13
Zitat:Du dafür umso besser!
Danke ZungerausRolleyes


Zitat:Mit der Behauptung wäre ich vorsichtig und das Wort "fast" darfst du gerne dick unterstreichen
Ich freu mich natürlich, dass dir die Geschichte so gut gefällt und ich werd auch weiterhin versuchen, Exitus näherzukommen, was die Sprache angeht und alles was damit zu tun hat, denn er schreibt hier im Forum wirklich die besten Texte.
Hmm, damit solltest du wiederum vorsichtig sein Ok. Lieber eine Geschichte, die verständlich geschrieben ist und auch fortgesetzt wird, als eine Geschichte, bei der nur über Grammatik gefachsimpelt wird (Rolleyes ). Es geht ja nicht nur ums Sprachliche, und Schachtelsätze mit Konjunktiv, eingeschobenem Nebensatz mit Apposition und Plusquamperfekt aufgrund von Vorzeitigkeit (tja, gestern Deutsch-Schulaufgabe geschrieben Crazy )sind auch nicht grad einfach zu lesen.

Und falls du deine Texte wirklich Exitus-ähnlicher machen willst, kann ich dir ja mal ein Minifehler-feedback geben (d.h. ein feedback über Minifehler und kein Minifeedback über Fehler. Das wäre ein Mini-Fehlerfeedback. Hae)
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#14
Ich komm kaum noch dazu, weiterzuschreiben, aber hier ist mal wieder was. Ich hoffe, euch gefällt's Lachen

Kaptel 4 - Freundschaft?


Shagon rannte. Er rannte um sein Leben, denn die Ermordung der Heerespitze war ein katastrophaler Fehlschlag gewesen. Aus irgendeinem Grund waren beide Lager bereits informiert gewesen. Die drei anderen Nachtwächter waren in die Falle getappt, hatten mit ihrem Leben bezahlt und Shagon hatte nur mit Hilfe der Dschinns überlebt. Er fluchte innerlich und ärgerte sich über seine Sorglosigkeit, denn eigentlich hätte er es bemerken müssen. Jetzt humpelte er mehr als er lief auf eine Bergkette zu, die sich hinter dem Asche-Tal erstreckte und Shagon hoffte, dort seine Verfolger abzuschütteln. Einen Vorteil ihnen gegenüber hatte er: die Dunkelheit. Bekam man den Titel des Nachtwächters, wurde einem als Geschenk eine extrem gesteigerte Nachsicht ermöglicht. Da seine Verfolger jedoch zahlenmäßig überlegen und mit einem Heer an Fackeln bewaffnet waren, sahen seine Chancen nicht allzu rosig aus. Die ersten Ausläufer der Bergkette hatte er erreicht, der Boden wurde steiniger, das Gras immer dünner und Bäume standen nur noch vereinzelt, wenn überhaupt. Der Weg wurde schmaler und zunehmend steiler, sodass Shagon mächtig ins Schwitzen geriet. Ein kleiner Pfeil machte ihm besonders zu schaffen, der ihn am linken Oberschenkel erwischt und gänzlich, troz ledernem Schutz, durchbohrt hatte. Der Blutverlust ließ seine Sinne schwinden und Shagon legte eine kurze Pause auf einem Felsvorsprung ein. Ein Lichtermeer, wie er es selten gesehen hatte, tanzte förmlich den Berg hinauf begleitet von den sich ständig verändernden Schatten. Ein wirklich schönes Schauspiel, schade, dass diesem Spiel der Beigeschmack des Todes anhaftet, dachte Shagon während er den schmerzenden Oberschenkel notdürtig verarztete.
Er rappelte sich auf und humpelte weiter den steinigen Pfad entlang. Der Pfad verlief jetzt nicht mehr ganz so steil, schmal und gefährlich war er jedoch weiterhin, zumal links und rechts riesige, scharfe Kanten wie Dornen aus dem Boden ragten. Ein falscher Schritt bedeutete den Tod und wie zur Bestätigung hörte er weit hinter sich erste Schreie von verunglückten Soldaten. Die Eile bringt sie noch alle ins Grab, dachte Shagon, während er weiterhumpelte. Eine Weggabelung kreuzte seinen Weg und nicht nur eine. Der Pfad spaltete sich regelrecht und Shagon jubelte innerlich, denn hier müssten sich die Verfolger aufteilen. Dieser Hoffnungsschimmer wurde jäh zerstört, als ihm einfiel, dass Feueradepten die besten Späher abgaben und mindestens so gut wie er in der Dunkelheit sehen konnten. Wütend stampfte er weiter und entschied sich für den Pfad am äußersten rechten Rand. Dieser führte ihn nach einiger Zeit auf ein Hochplateau. Eisiger Wind pfiff ihm um die Ohren und er fror, auch wegen des enormen Blutverlustes.
Seine Sinne waren mittlerweile wie betäubt, die Füße und Hände konnte er kaum noch spüren. In der Mitte des Plateaus stehend, schaute er sich ringsum und versuchte eine schützende Höhle, oder etwas ähnliches auszumachen. Aber ihm fehlte die Kraft, die Anstrengung wurde zuviel, sodass er einfach weiter geradeaus taumelte. Nach ein paar Schritten sah er plötzlich ein kleines Feuer in einer Höhle, nicht weit entfernt. Hoffnung durchzuckte ihn wie einen glühenden Funken und neue Kraft flammte in ihm auf. Er hielt geradewegs auf das Licht zu und bemerkte zu spät das Loch, das sich vor ihm wie ein tiefer Höllenschlund auftat. Shagon knickte mit dem verletzten Bein weg, stolperte, stieß einen lauten Schmerzensschrei aus und fiel vorne über in das Loch. Er konnte sich noch mit dem linken Arm am Rand festhalten, doch er fühlte, wie die Kraft ihn verließ. Tja, das war's dann wohl, dachte er, während er spürte, wie die Finger seiner Hand langsam aber sicher den Stein freigaben. Er kämpfte, doch schließlich ließ seine Hand den rettenden Rand los und Shagon sah sich bereits in den tiefen, schwarzen Abgrund fallen. Doch bevor er fallen konnte, umfasste etwas anderes seinen Arm und hielt ihn eisern fest. Shagon blickte nach oben und konnte trotz der Dunkelheit ein Gesicht aussmachen. Ein menschliches, dass einem erwachsenen Mann gehörte und das von langen, leuchtenden blauen Haaren regelrecht geschmückt war. Shagon spürte noch, wie ihn dieser fremde Mann scheinbar mühelos aus dem Loch herauszog, dann schwanden seine Sinne.

Er wußte, dass er im Sterben lag. Er wußte, dass sein Körper an irgendeinem Ort dieser Welt kämpfte und es von seinem Willen abhing, ob er weiterleben würde oder nicht. Shagon schwebte in einer Art Traumwelt. Funkelnde Sterne flogen an ihm vorbei, während er in einem riesigen Universum orientierungslos umhertrieb. Schwerelosigkeit war das einzige was er fühlte, kein Hunger, kein Durstgefühl, keine Wärme oder Kälte. Dann plötzlich verschwamm die Sicht und aus den Sternen, die er eben noch vor seinem geistigen Auge hatte, wurde nun eine kalte, dunkle Steindecke.
Shagon lag auf dem Rücken, sein Bein schmerzte immer noch, aber weit weniger, als er es zuletzt in Erinnerung hatte. Eine notdürfte Decke und ein kleines Feuer in der Mitte der Höhle spendeten ihm Wärme. Als er versuchte aufzustehen, explodierte ein stechender Schmerz in seinem Kopf und Millionen glühende Punkte schienen in seinem Kopf umherzurasen.
"Sachte, mein Freund, sachte", hörte er plötzlich eine Stimme hinter dem Feuer sagen und erinnerte sich an das Gesicht mit den blauen Haaren. Sein Hals war kratzig, trotzdem brachte er ein heises "Danke" heraus und starrte den Fremden an. Die merkwürdige Kleidung fiel ihm als erstes auf. Sie sah sehr alt aus, eher antik, als hätte man sie vor Hunderten von Jahren getragen. Und er strahlte etwas aus, was nicht viele Leute besaßen. Eine Aura vielleicht und es fühlte sich so an, als wenn sie den gesamten Raum ausfüllen würde, bis in die letzte Felsspalte. Der Fremde machte einen gepflegten Eindruck, was nicht zuletzt durch seine wirklich strahlend blauen Haare verschuldet war. Und sein Gesicht war für einen Mann ungewöhnlich hübsch, ein regelrechter Schönling, dachte Shagon grinsend, obwohl ihm eigentlich nicht zum grinsen zumute war.
Er setzte sich langsam und vorsichtig senkrecht hin, während er seinen Rücken an die Steinwand anlehnte. Shagon betrachtete die Wunde an seinem Bein und stellte überraschend fest, dass sie fast vollständig verschwunden war, nur eine kleine Narbe und ein noch leicht dunkler Fleck zeugten von der einstigen schweren Verletzung. Doch mit dieser Erkenntis wurde ihm schlagartig klar, dass der Mann vor ihm ein Adept sein musste. Denn kein normales Heilmittel konnte Wunden so schnell verheilen lassen. Obwohl er ihn gerettet hatte, musste das nicht aus Nächstenliebe geschehen sein und er verkrampfte schlagartig, denn in seiner jetzigen Verfassung hätte er nicht den Hauch einer Chance, sollte von diesem Mann eine Bedrohung ausgehen.
"Was hast du", fragte der Fremde ihn plötzlich und Shagon erschrak, während er hastig auf den Wasserschlauch des Fremdem zeigte.
"Achso, hier bitte", sagte dieser, als er Shagon den Schlauch gab. Gierig ließ er das kühle Nass seine Kehle hinabgleiten. Dankend gab er sie dem Mann wieder und räusperte sich.
"Ich denke, ich schulde dir was. Immerhin hast du mein Leben gerettet Fremder", sagte Shagon mit leich brüchiger Stimme und blickte seinen Retter an. "Nenn mich ruhig Alex, denn das ist mein Name. Klingt besser als Fremder, nicht wahr", sagte Alex mit einem Augenzwinkern. Als Shagon den Namen Alex hörte, regte sich in seinem Kopf etwas und er glaubte sich an etwas zu erinnern. Es war greifbar, doch so schnell wie es gekommen war, verschwand es wieder. "Dürfte ich deinen Namen erfahren?", fragte Alex ihn. Für den Bruchteil einer Sekunde überlegte Shagon, ob er diesem Alex einen falschen Namen sagen sollte, doch bevor er den Gedanken beendet hatte, kam schon ein "Shagon, mein Name ist Shagon" über seine Lippen.
"Ein ungewöhnlicher Name, aber trotzdem: Nett, deine Bekanntschaft zu machen", erwiederte Alex und reichte Shagon seine Hand. "Ja ... gleichfalls", antwortete Shagon leicht zittrig und wunderte sich, ob der einnehmenden Aura dieses merkwürdigen Mannes.
Shagon hatte sein Gedächtnis verloren, zumindest erinnerte er sich nur schwach. Er wußte, dass er einen Auftrag hatte, die Namen seiner Geschwister, oder die derzeitigen Probleme im Feuerreich waren ihm bekannt. Eigentlich sollte er nach der schmerzlichen Niederlage zu seinem Meister zurückkehren und Bericht erstatten. Doch Alex hatte sein Leben gerettet und er hasste es, Rechnungen nicht zu begleichen. So kam es, dass sich Shagon entschloss, für eine Weile mit Alex zu reisen.
"Englisch mag die Sprache der Welt sein, aber Deutsch ist die Sprache des Herzens." -- Jawoll.
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#15
Shagon Scragal deine Geschichte ist echt gut. Ok So gut könnte ich nie im Leben schreiben. Hab auch mal ein Buch geschrieben, aber nach einem Monat habe ich gemerkt, wie schlecht ich geschrieben hab.Traurig
“Flügel symbolisieren Freiheit für die, die sie nicht haben”
<CRISIS CORE /FF7>
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#16
Man kann alles lernen wenn man nur will, pflegt meine Oma immer zu sagen und irgentwie hat sie bisher immer Recht behalten Crazy
Tjoa, mal wieder bissel Stoff.


Sam kämpfte sich durch verstopfte Straßen, denn Händler säumten jeden noch so kleinen Seitenweg, Platz war kaum vorhanden und so wurde er von der Menge weitergeschoben. Während die anderen anscheinend gerade im Inn faulenzten, wollte Sam möglichst rasch von Kalay aufbrechen, denn ein ungutes Gefühl hatte ihn beschlichen und zwar bereits seit ihrer Ankunft. Es fühlte sich so an, als klebe einem ständig auf Schritt und Tritt jemand an den Fersen, ein Schatten, bedrohlich aber ungreifbar.
Als er am Marktplatz angelangt war, konnte er ein größere Gruppe von Menschen ausmachen. Überwiegend Soldaten, die silbern graue Fahnen hielten und ein prunkvoll gekleideten Menschen in ihrer Mitte hielten. Bestimmt ein Adliger, dachte Sam und versucht vehement, sich einen Weg durch die Menschenmassen zu bahnen. Nach kurzer Zeit, die Sam eher wie eine halbe Ewigkeit vorkam, stand er schließlich vor dem Haus von Torgal. Er klopfte höflich aber bestimmt an die Tür und wartete, dass der stämmige Schmied mit einem unfreundlichen Grunzen die Tür aufsperren würde. Doch nichts dergleichen geschah. Sam war nicht unbedingt in Eile, wollte aber auch nicht umsonst hergekommen sein, weswegen er versuchte die Klinke runterzudrücken. Und tatsächlich, es war nicht abgeschlossen. Ihm war bereits vorher ein komischer Geruch aufgefallen und jetzt nachdem er die Tür nur einen Spalt weit geöffnet hatte, stach ihm eben jener Geruch umso stärker in die Nase.

Der Gestank war bestialisch, Sam musste sich die Nase zuhalten und trotzdem war der Geruch allgegenwärtig. Mit einmal fing er an zu zittern, denn ihm war eingefallen, was normalerweise den Ursprung solchen Gestanks bildete - eine Leiche. Als Sam den Eingang hinter sich gelassen hatte, trat er in den Hauptraum, dort wo auch die Esse stand. Und dann sah er Torgal, oder zumindest war das einmal Torgal gewesen. Die enthauptete Leiche war seit einiger Zeit am Verwesen, dutzende Fliegen und teilweise Maden flogen und wuselten umher, es war unerträglich heiß hier, was die Verwesung vermutlich begünstigt hatte.
Sam würgte und erbrach in einen Eimer, der vor ein paar Tagen wohl noch mit Wasser gefüllt war und dem Schmied zum Abkühlen seiner Werke gedient hatte. Er konnte nicht länger hier einfach stehen bleiben und kämpfte sich mühsam nach draußen. Bevor er jedoch das Haus verließ, nahm er noch schnell die Sachen an sich, die sie Torgal eigentlich zur Reparatur dagelassen hatten. Sam japste und keuchte, er rang nach Luft. Jedes noch so kleine Fitzelchen Luft sollte seine Lungen füllen, seine Nase durchströmen und diesen Gestank vertreiben. Er musste den Mord an Torgal melden, aber wem? Sam überlegte nicht lange - das war noch nie seine Stärke gewesen - und rannte stattdessen geradewegs Richtung Marktplatz mit dem Inn als Ziel. Hinter sich hörte er auf einmal jemanden schreien, drehte sich um und sah eine Frau mit dem Finger auf ihn zeigen. Er wollte den Arm heben und ihr verdeutlichen, dass er sie verstanden habe, als er erschreckt feststellte, dass der Beutel mit den Waffen blutgetränkt war.

Die Wachposten waren durch die Frau auf ihn aufmerksam geworden und rannten jetzt mit lauten Rufen und Drohgebärden auf ihn zu. "Ein großes Missverständis", wollte Sam noch rufen, doch in dem Lärm ging sein Ruf trotz seiner lauten Stimme einfach unter. Also sah er zu, dass er Land gewann. Sam bog in die nächste Gasse ein und rannte um sein Leben. Die Gasse war schmal aber ziemlich lang und er sprintete umso schneller, als haarscharf an seinem rechten Ohr ein, zwei Pfeile vorbeizischten. Plötzlich tauchten am Ende der Gasse zwei Soldaten auf und versperrten ihm den Weg. "Anhalten du hinterlistiger Mörder, anhalten sage ich", brüllte einer der beiden und warf seinen Speer auf Sam, als er sah, dass dieser seiner Aufforderung nicht im Traum nachkommen würde. Sam sammelte seine Psynergie in der rechten Faust, verhärtete sie und schlug mit aller Härte gegen den heranfliegenden Speer.
Die Erschütterung, die sich von der Eisenspitze auf den Schaft übertrug, ließ den Speer von innen heraus in Tausend Stücke bersten. Der Soldate guckte verdutzt und wollte wie sein Partner neben ihm sein Schwert ziehen, als Sam ihre Arm- und Beingelenke einfror und so unbeweglich machte. Mit einem schelmischen Grinsen lief er flugs zwischen den beiden hindurch, die ihn wüst beschimpften und vergeblich versuchten, die Fesseln aus Eis zu sprengen.
"Mein Gott, sie halten mich für Torgals Mörder, verdammter Mist", fluchte Sam laut während er lief. Das Inn kam indessen immer näher und zu seiner Erleichterung hatte er die restlichen Soldaten abgehängt. Er versteckte den mit Blut besudelten Beutel, indem er ihn in seinen Mantel wickelte, als er das Inn betrat.

Eiligst rannte er die Treppe in der großräumigen Halle nach oben und steuerte auf die Etage zu, in der sie ihre Zimmer hatten. Er hatte grade die richtige Etage erreicht, als eine riesige Explosion weiter oben das gesamte Gebäude erschütterte. Sam wankte und versuchte sein Gleichgewicht zu halten, während er sich gleichzeitig weiter durchkämpfte. Die anderen waren bereits aus ihren Zimmern gelaufen, die notwendigsten Sachen schon in den Händen, als sie auf Sam stießen. "Hey Sam, was ist los? Warum keuchst du so?", rief Chas ihm entgegen, der eine wütende Ciara, einen ängstlichen Boreas, einen stillen Gherr und einfach nur Raso im Schlepptau hatte. "Torgal ist tot", war alles, was Sam herausbrachte. Chas konnte nicht glauben, was er da gerade gehört hatte. "Der Schmied? Der sah doch quicklebendig aus, verdammt noch mal."
Sam schüttelte traurig den Kopf. "Er wurde ja auch ermordet, Chas. Man hat ihn enthauptet, ich hab die Leiche gefunden in seinem Haus."
Bevor er jedoch weiter erzählen konnte, wurde er von einer lauten Stimme unterbrochen.

"Hey ihr da! Macht Platz!", schrie ein Soldat in silbern glänzender Rüstung und stürmte die Treppe hoch zur nächsten Etage, ihm folgten weitere Soldaten und eine Frau, die gänzlich weiß gekleidet war und wie ein Heiler aussah. Die Soldaten trugen eine Bare und hasteten eiligst nach oben.
"Sieht so aus, als ob es den Abgesandten des Windreichs erwischt hat. Oh oh, das wird böses Blut geben", sagte Raso mit Blick auf die oberste Etage. "Wir sollten nachsehen ob wir helfen können", meinte Ciara mit sorgendem Blick und deuten mit einem Nicken auf Sam. "Du bist du Heiler, vielleicht kannst du helfen."
Sam schüttelte nur den Kopf. "Selbst wenn, wir haben ganz andere Probleme. Mich haben vorhin die Soldaten gejagt, weil sie glauben, ich hätte Torgal umgebracht."
"Was um Himmels Willen ist denn nur los, die ganze, verdammte Stadt steht Kopf", stieß Chas wütend aus. "Lasst uns zusehen, dass wir von hier verschwinden, Raso hat im Hafen einen kleinen Kahn aufgetrieben, das sollte vorerst reichen."
Boreas schaute Sam argwöhnisch an. "Aber warum sollten sie dich des Mordes verdächtigen. Das macht keinen Sinn, findest du nicht?"
"Eine Frau schrie plötzlich, zeigte mit dem Finger auf mich und dann war die Hölle los. Ich wollte noch sagen, dass es ein Missverständis ist, aber da stürmten die Soldaten schon mit gezückten Waffen auf mich", sagte Sam hilflos.
"Hm, klingt reichlich merkwürdig für meine Begriffe", antwortete Boreas.
"Zeit zum Grübeln hast du später noch, du Genie. Jetzt beweg deinen Hintern", sagte Ciara und Boreas starrte sie nur fassungslos an und überlegte ob seine dunkle Vorahnung oder Ciaras Verhalten ihn mehr bestürzte. Chas nickte Ciara zu. "Also los, brechen wir auf!"
Die ganze Truppe hastete eilig nach unten Richtung Ausgang, was sich angesichts der Menschenmassen im Haus als nicht einfach herausstellte. Überall wuselten Leute wie Ameisen umher, manche versorgten bereits Verwundete, doch die meisten waren unverletzt und nur verängstigt und aufgeregt. Die Halle an sich war wie leergefegt, die riesige Größe dieses Inns erstaunte Sam immer wieder.
Sie waren ungefähr in der Mitte, zwischen dem Ende der Treppe und dem Ausgang, als plötzlich aus einer Seitentür einer ganzer Trupp Soldaten in blauen Rüstungen stürmte. "Du da, dich kenn ich! Stehnbleiben und zwar sofort", brüllte der Captain der Truppe und hielt auf sie zu. "Mein Gott Sam, hast du die Regierung des Wasserreiches umgelegt, oder was ist hier los", brüllte Chas seinerseits sichtbar ärgerlich. Sam hob nur unschuldig die Arme. "Ich sagte ja, ein Missverständis, aber niemand hört mir zu."

"Verhandeln wollen die jedenfalls nicht", knurrte Raso und nahm seinen Morgenstern bereits in die Hand. Gherr sah ihn nur skeptisch von der Seite an. "Versuch, nicht allzu viele zu töten, ja?"
"Ja, ich hab dich gehört. Aber willst du lieber unschuldig im Gefängnis sitzen, hm?", fragte er herausfordernd. Unschuldig sind wir nicht, mein Bester, aber das behielt Gherr für sich und brummte nur als Antwort.
Es waren gut zwanzig Soldaten, die sich jetzt durch die Tür quetschten und mit gezückten Waffen auf Chas, Sam und die anderen zuhielten. Die machten sich indes auch bereit, Sam kramte aus seiner Tasche den Einhandhammer heraus, Chas zog seine beiden Schwerter, Gherr machte sich mit seinem Speer kampfbereit, Boreas zog seinen Säbel, verhielt sich aber passiv und stellte sich in den Hintergrund. Ciara hatte es nicht so mit Waffen, umhüllte stattdessen ihren Körper mit einem heulenden Windschild und wartete ebenfalls grimmig.
"Haltet euch bloß nicht zurück, falls ihr nicht genauso enden wollt wie Torgal", brüllte Raso und sprang den ersten Soldaten überraschend behändig an, versetzte ihm einen Tritt, der seinen Gegener straucheln ließ, bevor er den Kopf samt Helm unter einem schwungvollen Schlag scheinbar mühelos zu Brei schlug.

Raso wütete wie ein Berserker und noch bevor die anderen etwas getan hatten, waren bereits drei weitere Soldaten gefallen. "Tu was Sam, bevor er hier alle niedermetztelt", rief Boreas von hinten. Sam überlegte kurz und antwortete dann: "Überschwemm den Boden mit Wasser, Boreas, los!"
"Ich hoffe, du hast einen Plan", schrie Boreas nur, hielt beide Arme gestreckt nach vorne und ließ einen gewaltigen Wasserschwall scheinbar aus dem Nichts erscheinen.
Chas und Gherr packten unterdessen Raso und zerrten ihn mit Gewalt nach hinten. Ciara hielt die übrigen Soldaten in Schach, indem sie immer kurze aber heftige Windböen aussandte, sodass die Soldaten einfach zu Boden gedrückt wurden, unfähig, sich auch nur den kleinsten Zentimeter weit zu bewegen. "Jetzt!", schrie Boreas, nickte Sam zu und dieser gefror mit ein paar Handbewegungen das Wasser, das sich vor ihnen nahezu überall ausgebreitet hatten.
Der Boden gefror dort, wo Boreas Wasser verteilt hatte und der Plan ging auf. Die Soldaten waren mit den Füßen am Boden gefesselt, manche konnten sogar ihre Arme und Hände nicht bewegen. "Also los, alle man weg hier", schrie Sam und die anderen rannten aus der Halle raus mit einem wild gestikulierenden Raso, der sichtlich erbost über diesen Ausgang ihres kleinen Scharmützels war.

Sie rannten aus dem Inn geradewegs in die nächstbeste Gasse, die gerade groß genug war, damit immer zwei nebeneiander laufen konnten. Raso führte vorne mit Chas, dicht gefolgt von Gherr. Ciara und Boreas liefen mit einigem Abstand hinter Gherr, Sam sicherte nach hinten ab.
Die Stadt war in heller Aufruhr und schnell hatte sich herumgesprochen, dass der Abgesandte des Windreichs einem hinterhältigen Anschlag zum Opfer gefallen war.

Soldaten in silbern glänzenden, leichten Rüstungen und entweder hell- oder meeresblauen standen sich nun gegenüber. Die Leibwache des Abgesandten ließ niemanden auf die Etage, wer zu nahe kam wurde gnadenlos niedergemetzelt.
Sie hatten keinen Beweiß für die Schuldigkeit des Wasserreiches, allerdings waren sie argwöhnisch und die Verhältniss zwischen beiden Reichen war seit einiger Zeit angespannt. Doch der Fund in der Suite, in der der Abgesandte genächtigt hatte, ließ die ganze Angelegenheit in einem völlig anderen Licht erscheinen: eine leicht verkohlte, rote Flagge und ein Emblem mit dem Zeichen eines feuerspuckenden Drachens.
Von alldem bekamen Sam, Chas und die anderen nichts mit. Mittlerweile waren sie am Hafen angekommen in der Furcht, dass jederzeit ihnen ein Wachsoldat mitteilen würde, dass aus Sicherheitsgründen niemand die Stadt verlassen dürfe. Bisher hatten sie Glück gehabt. Nach dem Anschlag herrschte Chaos und die meisten Soldaten waren scheinbar abgezogen worden, um die Leibgarde des Abgesandten auszuschalten, da diese weiterhin dem Irrglauebn verfallen waren, dass jemand aus dem Wasserreich, bzw. aus Kalay hierfür verantwortlich war.

Der Kahn, den Raso als klein beschrieben hatte, war in Wirklichkeit um einiges größer, eher mittelgroß und ein Kahn war es für die meisten der Gruppe nicht. Segelerfahrung fehlte den meisten, nur Boreas konnte das Schiff mit Hilfe von Sam einigermaßen sicher steuern. Raso sprang als erster an Bord und verschwand sogleich unter Deck, denn der kleine Kahn, wie er ihn beschrieben hatte, war gut acht Meter breit und mindestens dreißig Meter lang. Ein Hauptmast ragte in der Mitte des Schiffes steil empor, ein weiterer stand weiter hinten, wenn auch deutlich kleiner und ganz vorn stand der kleinste Mast.

"Was um Himmels Willen verstehst du denn unter einem kleinen Kahn, Raso", fragte Sam kopfschüttelnd, als dieser sich wieder an Deck blicken ließ.
"Na komm, wir haben nicht mal Geschütze an Bord, nur einen Hauptmast und Platz für knapp fünfzehn Personen. Schlechter als das hier ist nur noch eine Nussschale, ganz ehrlich. Und nun macht die Leinen los, je eher wir fort sind, desto besser würde ich sagen."

Gherr war der letzte, der noch nicht an Bord war als plötzlich eine einsame Wache am Kai entlang spazierte und ihn entdeckte. Die Wache setzte an einen lauten Warnschrei abzugeben, als Gherr mit voller Wucht den nicht tödlichen, aber durchaus schmerzvollen Schaft seines Speeres in dessen Bauch rammte. Blitzschnell drehte er in Speer in seiner Hand und verpasste dem Soldaten einen Aufwärtshaken mit dem Ende des Speeres direkt ins Gesicht, da dieser sich, der Schmerzen wegen, gekrümmt hatte. Der Aufwärtshaken machte ihn schließlich kampfunfähig, mehr als ein paar Sekunden hatte es nicht gedauert und Chas, der das ganze gesehen hatte, wurde klar, dass Gherr Raso in Sachen Kampferfahrung nicht unterlegen war. Gherr war jedoch nicht so brutal und zügellos wie Raso, sein Kampfstil war subtiler.

Er sprang beherzt auf das Deck und sie legten ab. Kurz bevor sie den Hafen verließen, ertönte vom letzten Wachturm der Mauer ein Warnsignal und Pfeile flogen auf ihr Schiff, doch Chas schuf eine durchsichtige Windbarriere, an der die Pfeile hängen und anschließend harmlos zu Boden fielen.
"Englisch mag die Sprache der Welt sein, aber Deutsch ist die Sprache des Herzens." -- Jawoll.
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#17
OMG Woher nimmt man sich die Zeit so viel zu schreiben ?Ich finde bis jetzt ist der "Roman"ziemlich gut gelungen....Weiter so Ok
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#18
Ich finde die Geschichte zielmlich gut und sehr spannend.
Doch im letztem kapitel benutzte Ciara Feuer- psyerngie ,ist sie nicht eigentlich der Wind Dschinn ?
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#19
Ups, hast Recht, Ciara ist natürlich der Winddschinn. Anstatt Feuerstößen gibt's jetzt halt Windböen Lachen
Danke für die Aufmerksamkeit Zwinker
"Englisch mag die Sprache der Welt sein, aber Deutsch ist die Sprache des Herzens." -- Jawoll.
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